Wenn der Weltgeist dreimal klingelt

Zur Geschichtsmetaphysik der "Krisis"-Gruppe

Zweifellos hat sich die "Krisis"-Gruppe mit ihrer "fundamentalen Wertkritik", in der Kritik des instrumentellen Theoriebegriffs der Linken, der Demontierung des soziologistischen Klassenbegriffs, der Demokratiekritik sowie der Rekonstruktion eines Begriffs der kapitalistischen Zusammenbruchskrise ihre Meriten erworben. Die Marxsche Theorie als Kritik, die das herrschende Unwesen beim Namen nennt, neu zu entfalten und als Krisentheorie auf der Höhe der Zeit zu formulieren, ist ein bleibendes Verdienst der "Krisis".

So oder so ähnlich hätte ich noch vor Jahresfrist, vor die Aufgabe gestellt, die "fundamentale Wertkritik" der "Krisis" zu zerpflücken, einen solchen Text begonnen. Die Abweichung von der sonst gepflegten Übung, einer Kritik nicht dadurch die Schärfe zu nehmen, daß man ihr im Stil von gehobenen Festtagsansprachen eine summarische Würdigung und das Überreichen von Blumensträußen vorausschickt, hätte sich daraus begründet, daß gerade die radikale wertkritische Intention der "Krisis" im Laufe der letzten Jahre von radikalen Linken mit den blödsinnigsten Vorwürfen eingedeckt wurde, die allesamt bezeugen, wie fest die Verankerung sein muß, in der das stabile Brett vorm Hohlkopf ruht. Zumal als Mitproduzent der Zeitschrift "Bahamas", in der solche Hirnrissigkeiten auch publiziert wurden, hätte man zu einer Vorab-Verteidigung der "Krisis" allen Grund gehabt. Letztere erübrigt sich jedoch nicht nur, weil wir uns hier in einem Seminar der "Krisis" befinden, also in einem Kreis von annähernd Gleichgesinnten diskutieren, sondern auch deshalb, weil sie an der Sache vorbeizielte. Tatsächlich sind die Verdienste und Stärken der "Krisis" nicht ohne ihre Schwächen und Fehler zu haben und deshalb kann eine Kritik diese beiden Momente nicht willkürlich auseinanderdividieren.

Nichtsdestotrotz: das stumpfe Ressentiment gegen die "Krisis" zielt über diese hinaus. Wenn es eine grundlegende Gemeinsamkeit all derer wittert, deren Theorieproduktion sich von einer negativen, eben wertkritischen Lektüre von Marx herleitet, trifft es wie immer durchaus etwas Wahres. Dieses Wahrheitsmoment ließe sich umrißhaft so fassen: die Wertkritik richtet sich gegen alle Versuche, die Marxsche Kapitalkritik in ein Lehrbuch der VWL oder eine geschichtsmetaphysische Evolutionslehre umzufälschen. Sie begreift die Marxsche Theorie vielmehr als begriffliche Rekonstruktion der bürgerlichen Realität, wobei diese Rekonstruktion, ausgehend vom Logisch-Elementaren, der einzelnen Ware, einen Prozeß fortschreitender Konstitution gesellschaftlicher Naturwüchsigkeit beschreibt, der im Kapital als dem Wert heckenden Wert zu sich selbst kommt. Als das Allerabstrakteste und zugleich Allerrealste konstituiert der sich verwertende Wert alias Kapital sämtliche gesellschaftlichen Phänomene und damit die Gesellschaft als repressive Totalität. Ihre Aussagen, die die Wertkritik über die bürgerliche Gesellschaft trifft, sind jedoch keine neutralen Deskriptionen, sondern ihre analytische Darstellung unter dem Gesichtspunkt ihrer Abschaffbarkeit und Abschaffungsbedürftigkeit. Theorie erklärt, wie Horkheimer einmal schrieb, wesentlich den Gang des Verhängnisses, d.h. die naturwüchsig katastrophische Tendenz des Kapitals, in der Hoffnung, sie möge abgewendet werden. Da die Kritik hierbei ein subjektives Potential sich vorgeben muß, ohne es als Subjekt dogmatisch setzen zu können, ist ihr Verhältnis zu Bewegungen, die das Prädikat der Widerständigkeit in Anspruch nehmen, ebenfalls ein negatives: Anstatt kumpelhaftes Schulterklopfen zu praktizieren, rechnet sie solchen Bewegungen ihre Halbherzigkeiten, Unzulänglichkeiten und ihre notwendige Befangenheit in den Formen der Vergesellschaftung vor, gegen die sie aufbegehren, weil nur so sich erweisen kann, ob ihrem widerständigem Wollen tatsächlich eine emanzipatorische Qualität eignet. Als rücksichtslose Kritik alles Bestehenden (Marx) kann die Wertkritik in keinerlei Hinsicht "positiv" werden, nicht nur in dem allseits bekannten Sinne, daß sie von sich aus weder das Subjekt der Revolution noch die künftige Gesellschaft zu bestimmen vermag, sondern auch als Theorie selbst: Obwohl sie selbstverständlich mit Definitionen, positiven Urteilen und Aussagen arbeitet, ist sie als ganze kein gesicherter und abrufbereiter Fundus von Theoremen, sondern äußert sich als Analyse von Vorgefundenem wesentlich in Form von Ideologiekritik und Polemik. Eine "positive Wertkritik" ist demzufolge eine logische Unmöglichkeit, eine Quadratur des Kreises.

Schlechte Geschichtsphilo-sophie unter wertkritischem Vorzeichen

Es gehört zu den zweifelhaften Verdiensten der von der "Krisis" erarbeiteten "fundamentalen Wertkritik", daß sie sich in immer merkwürdigeren Verrenkungen anschickt, dieser logischen Unmöglichkeit zur handgreiflichen Existenz zu verhelfen. Dafür, daß die "Krisis" dabei ist, ihre Gesellschaftskritik in eine positive Theorie hineinzubiegen, gibt es verschiedene Anhaltspunkte. Da ist zum ersten die allgemeine Entwicklung, die die Ausarbeitung der "fundamentalen Wertkritik" von der Nr.1 der "Marxistischen Kritik" bis heute genommen hat und die als flotter Dreischritt von der Ideologiekritik der Linken und ihrer akademischen Stichwortgeber über die Realanalyse der gegenwärtigen Krise zur Beschäftigung mit der Aufhebungsfrage sich kennzeichnen läßt. Bei jeder neuen Etappe werden dann die Ergebnisse der vorangegangenen als gesicherter Wissensbestand verbucht, aus dem bei passender Gelegenheit Einwürfe in die jeweils saisonale theoretische Hauptarbeit hineinmontiert werden. Dabei verwundert nicht, daß man sich zu Ergebnissen der eigenen theoretischen Anstrengung als zu einem fürs künftige Weiterarbeiten Verbindlichem verhält – dies ist unvermeidlich. Was allerdings verwundert, ist die Vorstellung, man habe sich von den ideologiekritischen Anfängen beharrlich bis zum "realen Kern" des Gegenstandes vorgearbeitet und diesen kraft theoretischer Apparatur mittlerweile so souverän und fest im Griff, daß man nun mit hemdsärmlig-aufgeräumtem Gestus und unter Verkennung der realen Kräfteverhältnisse die Aufhebung der kapitalistischen Warenproduktion konkret in Angriff nehmen zu können glaubt. (1) Dieser Glaube ist umso weniger verwunderlich, wenn man sich zweitens in Erinnerung ruft, daß die "Krisis" bereits in ihrer ersten Nummer – in Abgrenzung zur "Kritischen Theorie" – sich zur Frage der Aufhebung des Kapitals wie folgt verbreitete: "Die Verwirklichung der Marx’schen Theorie ist keine versunkene Möglichkeit, sondern wird im Gegenteil erst heute praktisch wahr in der massiv erscheinenden Krise des Geldes, wie sie der kapitalistische Vergesellschaftungsprozeß auf der heutigen hohen Stufe von Verwissenschaftlichung und Produktivkraft der Arbeit hervortreibt. Die Wirklichkeit des Kapitals drängt heute in Wahrheit stärker zum Gedanken der authentischen Marx’schen Theorie als jemals vorher in der Geschichte." (2) Daß der Verzicht auf das Auspinseln von Utopien oder Gesellschaftsentwürfen keine notwendige Selbstbescheidung der revolutionären Kritik, sondern im Falle von Marx der mangelnden "Reife" der damaligen kapitalistischen Vergesellschaftung geschuldet sei, während man heute durchaus "positiv" und "konkret" werden könne, gehört seither zur eisernen Ration der "Krisis". Am Thema der "Reife" der Vergesellschaftung zeigt sich drittens, daß die "fundamentale Wertkritik" der "Krisis" immer schon zugleich eine ungebrochen positive Theorie der Produktivkraftentwicklung war. Keineswegs steht dabei die Berechtigung in Frage, die Produktivkraftkritik der ergrünten Linken abzubügeln, sondern die Tatsache, daß die "Krisis" in einer Hinsicht vom Leninismus nie loskam, indem nämlich bei ihr der ML-Evergreen von schlechtem Produktionsverhältnis, unter dessen Hülle die gute, sozialismusträchtige Produktivkraft heranreife, als Gegensatz von schlechter kapitalistischer Formbestimmung und gutem stofflichen Inhalt wieder heruntergedudelt wird – mit dem Unterschied, daß die "Krisis" den guten alten Lenin an Verstiegenheit noch übertrifft, denn während dieser noch meinte, das Monopol führe lediglich "dicht an die allseitige Vergesellschaftung der Produktion heran"(3), ist nach Robert Kurz "die Menschheit ... damit konfrontiert, daß sie hinter ihrem Rücken auf der inhaltlich-stofflichen und ,technischen’ Ebene kommunistisch vergesellschaftet wurde."(4)

Alle drei genannten Punkte sind freilich keine bloßen Einsprengsel in die "fundamentale Wertkritik", sondern bilden Momente einer schlechten Geschichtsmetaphysik, die diese Wertkritik fundamental kennzeichnet. Wie bei jeder schlechten Geschichtsphilosophie verhält es sich auch hier so, daß ihre Vertreter es weit von sich weisen würden, über eine solche zu verfügen. Der Begriff "Geschichtsphilosophie" wird bei der "Krisis" nur in pejorativer Absicht gebraucht, vorzugsweise, wenn es gegen Adorno und Co. geht.(5) Weil man aber, vorausgesetzt, man ist daran interessiert, daß die Menschen mit Bewußtsein und Willen endlich ihre Geschichte machen, nicht die Wahl hat, ob man Geschichtsphilosophie betreibt oder nicht, sondern nur die Wahl zwischen einer schlechten oder reflektierten Variante derselben, ist die Behauptung, gar keine zu haben, der sicherste Weg, die schlechte blind zu reproduzieren. So verhält es sich bei der "Krisis". Ihre Schilderung, wie die Wertvergesellschaftung sich historisch entfaltet, erinnert fatal an die Hegelsche Geistphilosophie und ihren marxistischen Abklatsch. Bei Hegel ist es der sich in die Welt projizierende, sich selbst entfremdete Geist, der im historischen Prozeß allmächlich zu sich selbst findet; sein Fortschreiten vollzieht sich in verschiedenen Etappen, die kraft innerer Widersprüchlichkeit ineinander übergehen, wobei der Geist selbst das identische Wesen bleibt. Bei der "Krisis" ist dieses Wesen der sich selbst verwertende Wert, der in den Anfangstagen des Kapitalismus eine partikulare, noch nicht alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens umfassende Existenz fristete. Die Geschichte des Kapitalismus ist dann die der quantitativen Ausdehnung des Werts, der sich durch die noch ständisch geprägten historischen Reste und Schlacken "hindurchfrißt" und erst in unseren Tagen "rein", "zu sich selbst gekommen", auf eigenen Grundlagen stehend existiert, wobei seine endgültige Totalisierung identisch ist mit seinem krisenhaften Zerfall. Die Entfaltung des Werts vollzieht sich dabei in verschiedenen Etappen und durch mehrere "Durchsetzungskrisen" hindurch, aus denen der Wert immer wieder gestärkt hervorging, während er heute ins Stadium seiner "Endkrise" eingetreten ist.

In dieser Auffassung der kapitalistischen Binnengeschichte fallen eine historizistische und eine strukturalistische Argumentation unvermittelt auseinander und wiederum unmittelbar zusammen. Einerseits werden das Kapitalverhältnis und damit die Kategorien der Kritik der politischen Ökonomie radikal historisiert, indem behauptet wird, der Kapitalismus des 19. Jahrhunderts sei eigentlich noch gar keiner, weil er mit vorkapitalistischen Lebensformen koexistiere und deshalb "für sich" erst werden müsse. Aus der zutreffenden Analyse, daß der frühe Kapitalismus noch nicht als totale Vergesellschaftung gelten kann, wird diesem implizit der Totalitätscharakter überhaupt abgesprochen. Selbstverständlich ist aber bereits das Kapitalverhältnis des 19. Jahrhunderts dadurch gekennzeichnet, daß es sich die Lebensformen, auf denen es sich aufbaut, als Momente seiner Selbsterhaltung setzt, sie sich formell subsumiert und damit die Gesellschaft als Totalität konstituiert. Er ist, wie Marx schreibt, "eine allgemeine Beleuchtung, worein alle übrigen Farben getaucht sind und welche sie in ihrer Besonderheit modifiziert."(6)

Andererseits ist das geschichtliche Werden der "Krisis" zufolge wiederum an sich ungeschichtlich, ein Treten auf der Stelle, da die Entwicklung selber keine qualitativ neuen Formen der Vergesellschaftung zeitigt, sondern eine bloß quantiative Ausdehnung beschreibt. Falsch ist an dieser Geschichtsauffassung selbstverständlich nicht, die totale Vergesellschaftung als die naturwüchsige, im Marxschen Begriff bereits benannte und dann Realität gewordene Tendenz des Kapitals zu beschreiben. Unstrittig ist auch, daß der Fortschritt, die rastlose Entfaltung des immer Neuen, die in der Maßlosigkeit kapitalistischer Akkumulationsdynamik ihren Grund hat, real noch kein Fortschritt ist, sondern die Identität des schlechten Bestehenden festzimmert. Falsch ist an der Geschichtsphilosophie der "Krisis" vielmehr, daß sie diese Identität ihrer Vermittlungen beraubt, weil sie – anstatt zu entwickeln, daß der naturwüchsige Fortschritt des Kapitals mit seiner negativen Aufhebung zusammenfällt und damit in der offenen oder einstweilen noch suspendierten Barbarei mündet – ihrer strukturalistischen Auffassung gemäß die "zivilisatorische Mission" des Kapitals diesem an sich zuspricht und damit unterschlägt, was den Kapitalismus im Stadium der totalen Vergesellschaftung vom frühen qualitativ unterscheidet.

Fortschritt des Kapitals als dessen negative Aufhebung

Die Schilderung der kapitalistischen Binnengeschichte als eines Prozesses, der notwendig so abgelaufen ist, wie er abgelaufen ist, ist dazu geeignet, diese Geschichte begrifflich zu verdoppeln anstatt sie zu kritisieren. Was geschehen ist, das Reale, war zugleich das einzig Mögliche. Unterstellt wird eine der Geschichte objektiv immanente, apriorische Logik oder Vernunft; unterschlagen wird dabei, wie bei jeder schlechten Geschichtsphilosophie, daß geschichtliche Abläufe oder gar "Etappen" nichts sind, was sich dem unmittelbaren Augenschein als unmittelbare Gegebenheit darbietet, sondern zu großen Teilen eine aus der Retrospektive vollzogene Konstruktion des erkennenden Subjekts. In schlechter Geschichtsphilosophie, die naiv von objektiven historischen Notwendigkeiten ausgeht, ist aber für Kritik kein Raum: Das zeigt sich an der Analyse der alten Arbeiterbewegung, der der "Krisis" zufolge die "historische Mission" zukam, an der Entfaltung des Wertverhältnisses hin zu seiner "Reinheit" mitzuwirken. Über ihre Theorie und Praxis kann man sich dann vielleicht noch mokieren – immanent kritisieren kann man sie nicht mehr, wenn man sie in ihrer damaligen Form als historisch notwendig begreift. So ganz sicher scheint sich die "Krisis" bei ihrer Analyse der Arbeiterbewegung auch nicht zu sein. Einerseits ist da die Rede von ihrer "historischen Mission", die Überreste personaler und ständischer Gesellschaftsformen zu beseitigen. Angeblich konnte sie gar nicht anders, als Geburtshelfer der reinen Vergesellschaftung zu sein(7); andererseits heißt es, daß die "emanzipativen Bewegungen der Vergangenheit nicht von Anfang an stromlinienförmig in die Wertlogik eingepaßt" waren und daß eine "Verkehrung" von Intention und Resultat stattgefunden habe(8). Also welches Schweinderl hätten’s denn jetzt gern? Entweder war die Arbeiterklasse seit jeher integrales Vollzugsorgan kapitalistischer Vergesellschaftung – dann wäre das Kapitalverhältnis von Anfang an rein mit sich identische Form gewesen und die Geschichte, die dahin führte, hätte nicht stattgefunden; oder die sperrigen und spröden Momente, das "rebellische Verhältnis" des Arbeiters zum objektiven Zwangscharakter gesellschaftlicher Reproduktion mußten erst kassiert, in eine Kraft zur tautologischen Selbsterhaltung des Kapitals verkehrt werden – dann bestand durchaus zumindest die Möglichkeit der Emanzipation und ihr Ausbleiben ermöglicht es dem Kapital, seine totalitären Potenzen voll auszubilden. Denen konnte die Arbeiterbewegung mit ihrem staatssozialistischen Konzept, auf das sie sich schließlich festlegte, nicht nur nicht adäquat Paroli bieten, sondern verhalf ihnen zum alternativen Durchbruch. Und wenn dem so ist, dann hat die Arbeiterbewegung ihre "historische Mission" nicht vorbildlich erfüllt, sondern dann ist sie gescheitert und dieses Scheitern wirft allerdings ein Licht auf ihre Unzulänglichkeiten und Falschheiten, die dann eben zur Kritik stehen – eine Kritik, die (wie es die "Krisis" ja selber getan hat) aufzeigt, daß jeder noch so gutgemeinte Versuch, kapitalistische Formen für revolutionäre Inhalte zu "benutzen", mit in der Tat eherner Notwendigkeit die Verhältnisse befestigen hilft, die abzuschaffen man vorgibt. Daß man, wenn man auf versäumte Möglichkeiten der Emanzipation verweist, die Schlachten der Vergangenheit nicht noch einmal schlagen kann und will, ist geschenkt; der Hohn jedoch, daß es Leute gebe, die "irgendwelchen ,verpaßten geschichtlichen Chancen’ nachtrauern"(9), ist – mit Verlaub – eine rohe Geschmacklosigkeit. Man braucht nicht erst Benjamin oder Adorno zu bemühen, um zu begreifen, daß jeder revolutionären Intention das historische Eingedenken, die Trauer über versäumte Möglichkeiten der Emanzipation wesentlich ist.

Wo von objektiven historischen Zwangsläufigkeiten ausgegangen wird, kann auch der Nationalsozialismus gar nicht anders als als "Etappe" oder noch embryonale "Durchsetzungsform" der "reinen Wertvergesellschaftung" ins Blickfeld geraten. Auch der Nationalsozialismus erfüllt also eine "historische Mission". Dabei ist wiederum eine Eigentlichkeitsmetaphysik am Werk: "Reine" Demokratie und Wertvergesellschaftung, wie sie erst in den Nachkriegsgesellschaften anzutreffen sind, erscheinen als "adäquate" Daseinsformen der "Moderne", der Nationalsozialismus bloß als dessen "Geburtshelfer". Die Interpretation des Faschismus als "modernisierendes Regime" geht aber damit über die – richtige – negative Bestimmung hinaus, daß dieser kein "Rückfall" in vorbürgerliche, archaische Welten war, sondern erhält einen falschen, affirmativen Zungenschlag.

Weil der "Krisis" zufolge die produktiven Potenzen und emanzipatorischen Gehalte des Wertverhältnisses sich erst heutzutage, im Stadium seiner Totalisierung und finalen Krise erschöpft haben, war der Faschismus bzw. Nationalsozialismus offenbar eine unumgängliche Etappe, um die "Reinheit" des Wertverhältnisses mit herauszubilden. Die nationalsozialistische Barbarei wird zwar zutreffend als originäres Produkt der sogenannten "Moderne" identifiziert, ihr aber gleichzeitig die weltgeschichtliche Absolution erteilt. Der Gedanke, daß es der Nationalsozialismus selbst sein könnte, der die Kategorie der transitorisch fortschrittlichen Funktion des Kapitals, von der Marx spricht, obsolet werden läßt, hat in dieser Geschichtsmetaphysik keinen Platz. Die negative Aufhebung des Kapitals auf seiner eigenen Grundlage, die mit dem Nationalsozialismus Realität wurde, bedeutet nichts anderes, als daß die partiellen Errungenschaften der bürgerlichen Gesellschaft blind und bewußtlos liquidiert anstatt aufgehoben werden: Das Individuum, wiewohl selbst kapitalentsprungenes Moment, wird überflüssig und konstituiert sich neu als Rudel und Verfolgerkollektiv(10), die Entfaltung der Produktivkräfte führt anstatt zur befreiten Menschheit zur Barbarei mit modernsten Mitteln. Insofern die selbstdestruktiven Tendenzen der Wertvergesellschaftung im Nationalsozialismus gesellschaftliche Gestalt annehmen, sich ganz handfest in die Struktur der Gesellschaft eingravieren, ist er aber kein "Übergangsstadium", sondern selbst transzendentale Bedingung und Vorbild dessen, was auf ihn folgt.

Ende der Revolutionstheorie

Die Konsequenz daraus ist, daß die Kategorien der Kritik der politischen Ökonomie als revolutionstheoretische Kategorien außer Kurs gesetzt sind. Es gehört zum Einmaleins materialistischer Erkenntniskritik, daß der Gegenstand der Erkenntnis erst durch das praktische Interesse hindurch als bestimmter Gegenstand sich konstituiert, daß die Erkenntnis seines An-Sich-Seins dadurch vermittelt ist, daß er als Gegenstand für uns gesetzt wird. Der eine und entscheidende Widerspruch, daß das Kapital "die Arbeitszeit auf ein Minimum zu reduzieren strebt, während es andererseits die Arbeitszeit als einziges Maß und Quelle des Reichtums setzt"(11), der Widerspruch von Produktionsverhältnissen und Produktivkräften also, ist bei Marx keine bloße Existenzkategorie, sondern eine gesetzte, tritt also als entscheidende Qualität des Kapitalverhältnisses erst durch das praktische Interesse an Emanzipation hervor. Der objektive Selbstwiderspruch des Kapitals ist durch den subjektiven Widerspruch zu diesem vermittelt. Einmal begrifflich festgehalten, existiert dieser Widerspruch zwar nach dem Dahinschwinden der subjektiven Potenz, ihn auszutragen und aufzuheben, "an sich" fort: aber was besagt das Konstatieren von objektiven Prozessen und Entitäten noch mehr, als daß das Kapital mit allerlei Reibungen und Friktionen geschichtslos dahinstolpert und seine Widersprüche in der ihm eigenen Bewußtlosigkeit zu bewältigen trachtet?

Als radikaler Kritiker des Kapitals ist man deshalb in der prekären Situation, sich vor Augen halten zu müssen, daß der revolutionstheoretische Gehalt der Marxschen Kategorien ausgezehrt ist, man aber an der Marxschen Theorie und ihrem revolutionstheoretischen Impetus festhalten muß, wenn man den Verein freier Menschen bzw. den Kommunismus nicht abgeschrieben hat. Und weil die "Krisis" sich über die Merkwürdigkeit dieser Situation keine Rechenschaft ablegen mag, eignet ihren Überlegungen zur aktuellen Krise und zum Problem der Aufhebung der Wertvergesellschaftung jene Mischung aus rührender Naivität und ungebrochenem Draufgängertum, das man eigentlich nur bei den verblichenen ML-Sekten vermutet hätte. Kein Zweifel: das Kapital befindet sich in einer fundamentalen Krise, die zur Auflösung drängt; selbstverständlich stellt die unter dem Kapital entwickelte Produktivkraft ein Potential dar, das die Befreiung von Schufterei, Ausbeutung und Elend ermöglicht; und ebenfalls kann die Möglichkeit zur allgemeinen Emanzipation von Kapital und Staat den Subjekten abstrakt unterstellt werden. Die revolutionäre Intention, mit der man als Wertkritiker die Krise analysiert, irgendwelchen Subjekten und Bewegungen als seiner selbst noch unbewußtes und lediglich wachzuküssendes Bewußtsein anzudichten, ist jedoch ein Irrwitz, der einen bei der "Krisis" doch ziemlich verblüfft.

Nach welchem Muster dieser Irrwitz gestrickt ist, läßt sich anhand eines bezeichnenden Satzes aus der Mitteilung "In eigener Sache" aus der Nummer 18 der "Krisis" demonstrieren. Dort heißt es: das "Projekt einer Erneuerung radikaler Gesellschaftskritik ist nun reif, um über bloße Selbstverständigungsdebatten hinaus eingreifend wirksam zu werden." (Hervorh. C.N.)(12) Dieser Satz ist eine logische und praktische Absurdität sondergleichen. Man kann sagen, daß die Situation der Jahre 1929ff. in Deutschland "reif" war, um in den Faschismus umzuschlagen. Man kann analog dazu, gesetzt den Fall, wir befinden uns im Jahr 1998 im Kommunismus, dann sagen, daß im Jahr 1996 der Kapitalismus "reif" war, um ihn abzuschaffen und die freie Assoziation an dessen Stelle zu setzen. Wer aber hier und heute auf die Gegenwart bezogen behauptet, eine Situation sei "reif", um irgendetwas zu tun, der verläßt die Ebene interessierter Kritik und setzt sich ganz im schlechten Stil anlehnungsbedürftiger Intellektueller als guter Kumpel des Weltgeistes, in dem Objekt und Subjekt zusammenfallen, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft souverän überblickt und der die befreite Menschheit zwar nicht in der Tasche zu haben glaubt, aber sie als im Bestehenden "an sich" bereits entfaltete "Eigentlichkeit" problemlos zu erkennen vermag.

Von der Kritik zur Interpretation

Die Aussagen, die in der "Krisis" Nr.18 zu den angeblich bereits mächtig herangereiften subjektiven Potenzen zur Aufhebung des Kapitals getroffen werden, haben mit eingreifender Kritik gar nichts, dafür umso mehr mit geschäftiger Interpretation zu tun, die die Marginalität und Haltlosigkeit der eigenen Kritik zu übertünchen und vergessen zu machen bestrebt ist. Daß dabei die ranzigen Floskeln jenes notorischen Politikastertums, das die "Krisis" vor gar nicht so langer Zeit virtuos erledigt hat, wieder aufgewärmt werden, ist nur konsequent: Da ist bei Ernst Lohoff ganz im bekannten Teppichweber-Jargon linker Bewegungsfürsten die Reden von den "Anknüpfungspunkten", in denen sich ein "zunächst nur embryonal kritisches Bewußtsein" bis zur "praktischen Systemsprengung weiterentwickeln kann"; da wird ein "wertkritisch unterfüttertes ökologisches Bewußtsein" bemüht, das an den "Bewußtseinsstand" eines im katholischen Herder-Verlag erschienenen "Lexikons der Wirtschaftsethik" so mühelos "anknüpfen" kann, daß sich selbst der liebe Gott einer solchen Blauäugigkeit erbarmen dürfte. Das "ökologische Bewußtsein", so heißt es an anderer Stelle, treibe "aus seiner eigenen Logik heraus in eine ähnliche Richtung wie der wertkritische Ansatz", so daß eine "Vermittlung" zwischen beiden möglich sei; sogar "Teile" des – man höre und staune – "zerbrechenden Staatsapparates" werden, so versichert Lohoff, "eine Affinität zur Seite der Aufhebung entwickeln können, wenn auch nur notgedrungen." (13) Weil man aber auch weiß, daß zwischen der unterstellten "Eigentlichkeit" und der realen Erscheinungsform des umworbenen Bewußtseins ein gewaltiger Unterschied besteht, müssen auch die pädagogisierenden Konzepte des Politikastertums wieder zu ungeahnten Ehren kommen. Erinnern wir uns, daß beispielsweise der Kommunistische Bund (KB) seine Bewegungspolitik stets damit begründete, daß die Massen die Unzulänglichkeit reformistischer Politik nicht einfach "abstrakt" erklärt bekommen, sondern vor allem praktisch erfahren müßten, um revolutionär zu werden. Bei der "Krisis" liest sich diese famose "Dialektik von Reform und Revolution" folgendermaßen, wobei wir nun den Jargon der Teppichweber verlassen und in den der Käserei Champignon eintreten: "... der Wille und das Bedürfnis nach der konsequenten Umwälzung ... (kann) gerade aus der Enttäuschung über die paralysierte reformistische Option heraus als Ergebnis eines Reifeprozesses entstehen ... Nachfolgende Bewegungswellen brauchen das abschreckende Beispiel ihrer Vorgänger. Ihnen muß auch platt empirisch vor Augen stehen, wie aussichtslos der Versuch ist, die Ziele, die sie sich gesetzt haben, mit den Mitteln von Markt und Politik zu erreichen, bevor eine Kritik dieses Instrumentariums greifen kann."(14) (Hervorh. C.N.) Ein schwieriger Weg, den man da vor sich hat, den man aber ganz bestimmt meistern wird, denn: obwohl der "Durchschnittsmensch" seine "Einsicht" in die "Unhaltbarkeit der gesamten herrschenden Lebensweise" zwar "regelmäßig verdrängt", so bleibt diese Einsicht doch, wie Lohoff uns mit dem geschärften Tiefenblick des Eingeweihten zuraunt, "untergründig (!) allgegenwärtig." (15)

Überhaupt ist die "Krisis" hinsichtlich der Frage, in welcher Gestalt des Massenbewußtseins sie am ehesten die Potenzen für die Aufhebung der Wertvergesellschaftung erblickt, nicht zimperlich oder wählerisch. Ausgerechnet die Verseuchungsphobien der Deutschen, ihre wahnhafte Angst, von Giften, Viren, Bakterien, Radioaktivität und Rindfleisch dahingerafft zu werden, wird, zum ökologischen "Problembewußtsein" geadelt, als besonders geeignetes Betätigungsfeld vorgestellt. Daß die Zeiten längst vorüber sind, in denen man die xenophoben und nationalistischen Züge mit starker Schlagseite zum Antisemitismus dem Ökologismus noch auf dem Wege ideologiekritischer Dechiffrierung nachweisen mußte; daß das ökologische Bewußtsein aus seiner eigenen Logik nicht in Richtung Wertkritik treibt, sondern sich explizit als deutschnationale Pflicht begreift, dem deutschen Staat eine Wahrnehmung seiner "weltweiten Verantwortung" empfiehlt und sich damit offen als Faktor völkischer Formierung in der Krise zu erkennen gibt, interessiert da nicht weiter. Alles, was die "Krisis" zu den nationalistischen Protesten gegen die Versenkung der Ölplattformen sowie gegen die französischen Atomversuche beizutragen hat, ist ein verzweifeltes Lamento im Stil von Bewegungspolitikern, dem seine Felle wegzuschwimmen drohen, weil das hofierte Subjekt sich nicht so verhält, wie man es ihm gerne andichtet: "Diese Kampagnen dokumentieren, wie weit die ökologische Bewegung hinter ihr bereits erreichtes Reflexionsniveau wieder zurückfallen kann"(16) und das sie mit geschickten Verknüpfungsaktionen der "Krisis" wohl recht bald wieder erreichen kann?

In einer Aussage ist Ernst Lohoff allerdings vorbehaltlos zuzustimmen: "Das unvermittelte Neue ist noch jedesmal das nie so recht gewußte Alte, und wer vorschnell das, was war, beiseite schiebt, wird umso sicherer in abgestorbenen Vorstellungsmustern stecken bleiben." (17) Treffender läßt sich die Unzulänglichkeit der Krisentheorie der "Krisis" wirklich nicht beschreiben.

Clemens Nachtmann (BAHAMAS 21/1996)

 

Anmerkungen:

1) Eine Illusion, die die "Krisis" übrigens mit der von ihr in diesem Punkt so vehement kritisierten Arbeiterbewegung teilt.

2) Marxistische Kritik (im folgenden: MK) Nr.1, S. 5

3) W.I.Lenin, Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, in: ders., Ausgewählte Werke, Band 1, Berlin/DDR 1979, S. 784

4) Robert Kurz, Der Kollaps der Modernisierung, Raubdruck o.J., S. 265. Es ist eben keine Frage der Stilistik, sondern ein gewaltiger Unterschied in der Sache, ob man – negativ, gegen jede Spielart romantisch-reaktionärer Produktivkraftkritik gewendet – aufzeigt, daß die vom Kapital vorangetriebene Produktivkraftentwicklung, wiewohl in ihrer konkreten Beschaffenheit kapitalistisch formbestimmt, ein Potential bereithält, das einer befreiten Menschheit zugute kommen könnte oder ob man die kapitalistisch konstituierte Produktivkraft – positiv – zum seiner selbst unbewußten Kommunismus, zum "Kommunismus der Sachen" (ebd.) eben, erklärt. Im ersten Fall wird vom unmittelbar Gegebenen ausgegangen, dem fetischistischen Schein, als fiele der stoffliche Inhalt mit seiner gesellschaftlichen Formbestimmtheit in eins, als komme der Naturwissenschaft und Technik ein soziales "Eigenleben" zu, und versucht, diese Mystifikation kritisch zu zerlegen, um derart ein vorerst nicht positivierbares Potential des Nichtidentischen freizulegen – im zweiten Fall wird die Produktivkraft vermittlungslos, im Hau-Ruck-Verfahren, zum "an sich" bereits kommunistischen, voll entfalteten stofflichen Aggregat gesetzt, während die kapitalistischen Vergesellschaftungs- und Subjektformen nur noch als eine wesenlose, schemenhafte "Hülle" (ebd.) auftauchen. Es ist genau diese schneidig-forsche Rhetorik des "nur noch", die die Theorie der "Krisis" allenthalben prägt und die Suggestion erzeugt, als seien die kapitalistischen Verkehrsformen schon längst abgestorben, als übten sie auf die Individuen keinerlei Macht und Attraktionskraft mehr aus.

5) Vgl. dazu Peter Klein, Demokratie und Sozialismus, in: MK Nr. 7, S. 143f. und Ernst Lohoff, Das Ende des Proletariats als Anfang der Revolution, in: Krisis Nr.10, S. 107f.

6) Karl Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie, Berlin/DDR 1953, S. 27

7) Robert Kurz, Auf der Suche nach dem verlorenen sozialistischen Ziel. Manifest für die Erneuerung revolutionärer Theorie, Erlangen 1988, S. 23

8) Ernst Lohoff, Determinismus und Emanzipation, in: Krisis Nr.18, S. 55 bzw. 59

9) Lohoff, Determinismus ..., a.a.O., S. 56

10) Dem gegen diese Auffassung – nicht nur von der "Krisis" – erhobenen Vorwurf, sie verkläre und romantisiere das bürgerliche Individuum des 19. Jahrhunderts, adäquat zu entgegnen, würde den Rahmen dieses Textes sprengen. Vorläufig mag folgende Anmerkung genügen: die Freiheit des bürgerlichen Individuums ist nur zu haben im Verein mit der Unterwerfung unter die Zufälligkeit und Blindheit der zur zweiten Natur verdinglichten bürgerlichen Gesellschaft. Als gegen seine gesellschaftliche Konstituiertheit abgeblendete Monade ist das Individuum immer schon Ausdruck und Agent dessen, wogegen es sich wendet und sein Freiheitspathos setzt. Mündigkeit, Einzigartigkeit, Herr seiner Geschicke und keiner blinden Gewalt unterworfen zu sein, all die Attribute von Individualität sind deshalb scheinhaft und real zugleich, denn die bürgerliche Gesellschaft setzt dieselben, indem sie sie gleichzeitig negiert, aber indem sie sie negiert, erkennt sie sie als Negierte immerhin noch an – letzteres aber eben nur solange, als das Kapital zu seiner Entfaltung des selbstherrlichen Individuums bedarf. Der Prozeß, worin das Kapital die ihm adäquate, versachlicht-anonyme Form der Aktiengesellschaft annimmt, ist zugleich die in die Tat umgesetzte Ideologiekritik des bürgerlichen Individuums auf dem Boden und mit den Mitteln der bürgerlichen Gesellschaft: Sie, die das Individuum hervorbrachte, überführt es nun selbst seiner Scheinhaftigkeit, um dafür den objektiven Zwangscharakter ihrer Reproduktion rein auszubilden. Die Reduktion des Einzelnen auf einen bloßen Funktionsknoten des gesellschaftlichen Getriebes ist aber keineswegs etwas ihm äußerlich Widerfahrendes, sondern als Triumph der gesellschaftlichen Objektivität zugleich der regressive Triumph der abstrakten Individualität selbst, welche die Objektivität in Gang hält. Die blinde, ihrer selbst unbewußte Selbsterhaltung obsiegt über ihre frühbürgerliche Gestalt, in der jene Momente aufschienen, die über die blinde Selbsterhaltung hinausweisen und auf deren Rettung keine emanzipatorische Bewegung verzichten kann.

11) Marx, Grundrisse ..., a.a.O., S. 593

12) ebenda, S.13

13) Lohoff, Krise und Befreiung – Befreiung in der Krise, in: Krisis Nr.18, S.103, 109, 108, 127

14) Lohoff, Krise ..., ebenda, S.102

15) Lohoff, Krise ..., ebenda, S.105

16) Lohoff, Krise ..., ebenda, S.108

17) Lohoff, Determinismus ..., ebenda, S. 54