Auch heute noch kann sich vorzeigen lassen, was vor ca. 30 Jahren in der Bahamas erschienen ist. Aus der übervorsichtig und ratlos agierenden Vorgängerin, die unter dem gleichen Namen von 1992 bis 1994 in Hamburg erschienen ist, wurde mit der ersten Berliner Ausgabe, der Nummer 18 vom Dezember 1995, etwas radikal anderes. Das liegt nicht nur daran, dass Mitglieder der neuen Berliner Redaktion schon in den Jahren davor vorwiegend als Debattierzirkel zusammengearbeitet hatten, und auch nicht allein daran, dass man entschlossen war, ohne Sprungtuch zu arbeiten, also jenseits jeden linken Konsenses lieber die Existenz des Blattes zu gefährden, als faule Kompromisse einzugehen.
Auch heute noch kann sich vorzeigen lassen, was vor ca. 30 Jahren in der Bahamas erschienen ist. Aus der übervorsichtig und ratlos agierenden Vorgängerin, die unter dem gleichen Namen von 1992 bis 1994 in Hamburg erschienen ist, wurde mit der ersten Berliner Ausgabe, der Nummer 18 vom Dezember 1995, etwas radikal anderes. Das liegt nicht nur daran, dass Mitglieder der neuen Berliner Redaktion schon in den Jahren davor vorwiegend als Debattierzirkel zusammengearbeitet hatten, und auch nicht allein daran, dass man entschlossen war, ohne Sprungtuch zu arbeiten, also jenseits jeden linken Konsenses lieber die Existenz des Blattes zu gefährden, als faule Kompromisse einzugehen.
Die Redaktion hat sich im Jahr 2022, als sie mit den Reprints begann, nicht an die chronologische Reihenfolge gehalten, und die Wiederveröffentlichung der ersten Hefte zunächst hintangestellt. Das hat seinen Grund nicht nur darin, dass es uns wichtiger war, zunächst die Hefte aus den „heroischen“ Jahren 1999 ff. wieder zugänglich zu machen, in denen nicht nur in Sachen Israelsolidarität der Generalangriff auf eine in selbstgeschaffenen Mythen vollkommen verstrickte radikale Linke erfolgte. Beim Durchblättern der hier vorgelegten Ausgaben aus den Jahren 1995 bis 1998 sprang die Redakteure mancherlei an, das man heute nicht etwa nur besser machen, sondern sogar verwerfen würde. Eine vierteilige Serie zur Marxistischen Dialektik im 20. Jahrhundert, die in den Ausgaben 22 bis 24 erschienen ist und kaum über postmodernes Volkshochschulniveau hinauskommt, hätten wir uns genauso sparen sollen wie fragwürdige Rationalisierungen des Drogenkonsums oder ein Pamphlet der Gruppe Morgenland, das den Ansagen der heutigen Migrantifa zwar unendlich überlegen ist, aber doch schon einen Vorgeschmack auf deren antirassistischen
Inifada-Furor gibt. Man könnte die Selbstkritik fortsetzen und zum Beispiel die Behauptung einer die wilhelminische und nationalsozialistische Tradition, die eine dezidiert antiserbische war, lediglich fortsetzende deutsche Geopolitik im vor allem jugoslawischen Raum bezweifeln, genauso wie trotz der schon in der Nummer 18 überzeugend geleisteten Kritik an der bis heute einflussreichen Zeitschrift Gegenstandpunkt einige Artikel fatal an deren „taugliche Argumente“ erinnern.
Der ersten Folge der Reprints ist eine Diskussion darüber vorausgegangen, ob es nicht sinnvoller sei, ausgewählte Artikel in Themen-Bänden wieder zu veröffentlichen und weniger „Bleibendes“ wegzulassen. Das wurde verworfen, weil es nicht möglich war, diese Schwerpunkte ausreichend zu präzisieren und auch deshalb, weil die Bahamas Heft für Heft auf gemeinsame konzeptionelle Arbeit zurückgeht, die die größeren und kleineren Leistungen der Autorinnen und Autoren erst ermöglicht hat. Was wir hier als den Band 1 wieder zugänglich machen, zeigt gleichwohl den Beginn eines Unternehmens, das nicht nur kontinuierlich in neuen Heften fortgesetzt wird, sondern immer mal wieder auch mit einem Reprint längst vergriffener Ausgaben.