Vortrag & Diskussion in Kassel

Freitag, den 9. November 2018, um 19:00
Phillip-Scheidemann-Haus, Holländische Straße 74, Kassel

Antisemitismus, Islam und die Willfährigkeit der Zivilgesellschaft

mit Thunder in Paradise

Unter dem Motto »Unteilbar« zogen am 13. Oktober fast eine Viertelmillion Menschen »gegen jegliche Form von Diskriminierung und Hetze« durch Berlin. Mehr Demonstranten brachte die deutsche Zivilgesellschaft in diesem Jahrtausend nur einmal auf die Straße, als es darum ging, den Schlächter Saddam Hussein gegen den US-amerikanischen Erzfeind zu verteidigen. Im Aufruftext zu »Unteilbar« heißt es: »Gemeinsam treten wir antimuslimischem Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Antifeminismus und LGBTIQ*-Feindlichkeit entschieden entgegen.« Die staatsoffiziell akklamierte Mobilmachung gegen den Rechtsruck besiegelt hierbei aufs Neue die Allianz zwischen Antirassisten und politischem Islam: Unter den Bündnispartnern tummeln sich zahlreiche Muslimbrüder, BDS-Anhänger konnten auf der Demonstration ungestört zur Auslöschung Israels aufrufen.

Die gemeinsame Front gegen »antimuslimischen Rassismus« und Antisemitismus muss leugnen, dass für Juden die islamische Ideologie die derzeit größte Bedrohung bedeutet. Während der Exodus der französischen Juden anhält und längst auch in Deutschland bekannt ist, dass ein Großteil der antisemitischen Angriffe von Muslimen ausgeht, erklären Islamwissenschaftler, Soziologen und Pädagogen islamischen Antisemitismus zu einer Konstruktion, mit der rassistische Ressentiments gegen Muslime geschürt werden, und stellen damit dem Islam einen Persilschein aus. Kritiker des Islams halten dagegen, aber verfehlen den Gegenstand, wenn sie den Antisemitismus wahlweise als seit Mohammeds Zeiten unveränderliches Attribut des Islams auffassen oder als dem Islam oktroyiertes Importprodukt des Westens.

Im Vortrag wird der islamische Antisemitismus als im Ursprung zivilisationsfeindlicher, modern-antimoderner Affekt gegen die als »Verjudung« empfundene Säkularisierung dargestellt. Seinen jüngsten Aufschwung erfuhr er indes als eine den objektiven Zerfall der Nationalstaaten reflektierende und beschleunigende antinationale Ideologie. Als solche trifft er den Nerv der Zeit: Das Individuum, dem stets die Vermittlungsleistung zwischen privater und staatsbürgerlicher Existenz abverlangt war, wird nach dem Ende der sozial-etatistischen Phase des Kapitalismus von einem sozial verwilderten, buchstäblich wild gewordenen Subjekt beerbt, dessen Wohl und Wehe von der Loyalität zum jeweiligen Kulturkollektiv abhängt. Wer das islamische Ticket zieht, subsumiert sich unter eine als omnipotent halluzinierte, transnationale Ummah, deren Selbstüberschätzung aufgrund der permanenten Hofierung durch Staat und Zivilgesellschaft noch steigt. Am Beispiel der angeblich um Antisemitismuskritik bemühten Frankfurter Bildungsstätte Anne Frank, die auch in Kassel ihr Unwesen treibt, wird aufgezeigt, wie auf Seiten der zivilgesellschaftlichen Agenturen des #Wirsindmehr-Deutschlands unbedingte Gegnerschaft zum Nationalismus, Verkennung des modernen Antisemitismus und Apologie des Islams #unteilbar zusammengehören.

Eine Veranstaltung des Bündnis gegen Antisemitismus Kassel und des Antifaschistischen Kollektivs: Racoons im Rahmen der Vortragsreihe Politischer Islam – Dialog und Unterwerfung .