Titelbild des Hefts Nummer 29
Triumph des Antinationalismus
Heft 29 / Sommer 1999
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Triumph des Antinationalismus

Heft 29 / Sommer 1999

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Inhalt des Hefts Nr. 29

Wer diese Zeitung liest, sollte wissen, worauf er sich da einläßt. Die Redaktion warnt deshalb schon einmal vor.

Die BAHAMAS ist eine serbische Zeitung. Seit sie vor bald 7 Jahren zum erstenmal in Hamburg erschien, fielen ihre Autoren durch eine fast schon manische Beschäftigung mit den jugoslawischen Kriegen auf. Daß der ganze Zweck der Übung nur dazu diente, sich vorbehaltlos hinter eine, nämlich die möglicherweise schlimmste Kriegspartei zu stellen, ist spätestens durch die Einlassungen von BAHAMAS-Redakteuren in konkret und Jungle World während des ersten deutschen Krieges seit 1945 evident geworden. Es erweist sich, daß die antinationale, ja antideutsche Verpackung, mit der die Kommentierung des Geschehens im ehemaligen Jugoslawien camoufliert war, ein reines Täuschungsmanöver darstellte. Die BAHAMAS kann daher völlig zu recht als stalinistische Zeitung abgehakt werden.

Unsere Leser sollten aber auch auf einen weiteren, nicht minder prekären Umstand hingewiesen werden: Die BAHAMAS ist bekanntlich eine rassistische Zeitung, die sich permanent in Abscheu vor nicht-europäischen Zivilisationen windet und eigentlich nichts anderes im Schilde führt, als sich selbst und jene Irregeleiteten, die sie lesen, in die Obhut des westlichen Imperialismus zu überführen. Die sogenannte westliche Zivilisation gilt ihr nämlich als einziger Garant vor den Zumutungen Deutschlands, den Staaten des ehemaligen Warschauer Pakts und der islamischen Welt. Daher steht sie kompromißlos auf der Seite des Wirtschaftsliberalismus gegen soziale Bewegungen - welche auch immer - und auf Seiten westlicher Kriegsführung gegen den Rest der Welt.

Wie beides zusammenhängt, wissen wir auch nicht, jedenfalls besteht das Schmiermittel, dessen wir uns dabei bedienen, einerseits aus unserem positiven Rekurs auf Admiral Harris und die von ihm kommandierte Bombardierung Dresdens und andererseits aus der hemmungslosen Verdrängung von Auschwitz. Letztere treiben wir mit Hilfe des Abwehrinstruments Kritische Theorie perfiderweise soweit, daß die konkrete Tat des völkischen deutschen Kollektivs als Tat ohne Täter auftaucht, weil nämlich die Wertvergesellschaftung am Antisemitismus schuld sei, was wiederum dazu führt, daß die BAHAMAS Hitlers willige Vollstrecker in einem abstrakten Nebel verschwinden läßt, also die Einzigartigkeit von Auschwitz und der deutschen Täter glatt geleugnet wird.

Damit wiederum hängt zusammen, daß die BAHAMAS jeden praktischen Politikansatz verwirft und alle Leute, die den Verhältnissen in diesem Land etwas entgegensetzen wollen, mit dem Vorwurf konfrontiert, pathologische Fälle zu sein, die sich nicht in ihr hilfloses Geldmonadenschicksal dreinfügen wollen und deshalb im Zweifel völkisches Unheil anrichten.

Wenn die BAHAMAS dann plötzlich doch praktisch wird, dann entweder um Auschwitz für ihre eigenen, durchaus rassistischen Zwecke zu mißbrauchen, wie bei der Demonstration in Gollwitz, wo gezielt allen Frauen und MigrantInnen von BAHAMAS-Redakteuren ihre geschlechtliche und rassische Minderwertigkeit vorgeworfen wurde, oder um sich als großserbische Kriegstreiberin zu entpuppen, wie im jüngsten Krieg. Da war sich die BAHAMAS nicht zu blöd, ein Flugblatt mit "Nasdravlje, Partizani i Cetnici!" zu betiteln, was wiederum beweist, daß es ihr nur darum geht, Stalinismus, serbischen Nationalismus und den Anschluß an den westlichen Imperialismus zu propagieren, mit dem Ziel, jeden praktischen politischen Ansatz von unten zu zerstören.

So nachzulesen in: Arranca, Jungle World, Alaska, ak, interim, Alhambra, 17° C ...

Also aufgepaßt, liebe BAHAMAS-Leser, pardon LeserInnen, die Lektüre dieser Zeitung ist mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden.

    • Die deutsche Linke ist mindestens so antinational wie ihre Regierung. Justus Wertmüller findet das Ein starkes Stück Deutschland.
    • Deutschlands Eroberung der Normalität in einem Europäischen Gründungsakt mit Feuerwerk beschreibt Karl Nele.
    • Im Krieg verlangt das Publikum nach philosophischer Aufbaukost. Tina Heinz und Felix Mauser begutachten die Eröffnung des weltbürgerlichen Zeitalters durch Jürgen Habermas.
    • Deutschlands dritter Balkankrieg wurde geführt als Gewissenskrieg statt Interessenskrieg. Uli Krug über Eroberungsökonomie ohne Beutewunsch.
    • Wurde der Weltpolizist im Kosovo in eine teuflische Falle gelockt? Heiner Möller widerspricht der These Deutschland schlägt USA.
    • Bomben nicht nur auf Belgrad, sondern auch auf unsere Hirne. Stefan Wirner über die Friedensrhetorik demokratischer Sozialisten. Mutige PDS.
    • Irgendwie haben das alle die ganze Zeit gewußt: Die prominentesten Kosovo-Opfer sind die Deutschen. Darum: Solidarität mit den Vertriebenen. Von Samuel Salzborn.
    • Geknechtete Ossis – perfide Yankees. Eine heile Welt? Vielleicht. Thomas Blum beschreibt die Metamorphose der jungen Welt zur Becker-Blume. Test the east.
    • Intellektuelle und Krieg. Keine andere soap opera könnte ätzender sein. Darum endlich ein Epilog von Horst Pankow. In den Hauptrollen Hans-Christoph Buch, Stefan Ripplinger und Clint Eastwood.
    • Vom jüdischen Scharfrichter (Augstein) zum Freund der Deutschen. Simone Dinah Hartmann u. a. über Daniel J. Goldhagens Resozialisierung. No more mass murder.
    • Im Oktober findet in Berlin eine antideutsche Konferenz statt: Der Hauptfeind ist das eigene Land.
    • Warum der Amoklauf von Littleton nicht in Deutschland stattfand, sondern dort, Wo Hitlers Kinder wohnen, erklärt Uli Krug.
    • Falsche Hoffnung auf gutes Leben.Das Existenzgeld ist nicht ohne die Affirmation von schaffendem Kapital und nationaler Schutzgemeinschaft zu haben. Marcel Malachowski
    • Auch das ist deutsche Normalisierung: Die Hervorbringungen einer Leni Riefenstahl werden in den Rang von Kunst und Werk erhoben. Kerstin Stakemeier über Narzißmus und Naturverfallenheit.
    • Anästhesie des Widerstands. 5. Teil: Revolutionäre Lebensführung am Bosporus und im Exil.

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